Täglich einen Actimel
27. März 2009 | von Bernd | Kategorie: Spezialthemen
Foodwatch nahm den Drink unter die Lupe. Das Ergebnis: zu teuer, zu viel Zucker und nicht besser als ein anderer Joghurt. Den “Goldenen Windbeutel 2009″ erhält Danone für die dreiste Werbelüge.
Über 35.000 Verbraucher haben vom 19. Februar bis 19. März auf der foodwatch Seite abgespeist.de abgestimmt. Der Goldene Windbeutel 2009 geht an die Firma Danone, die nun das Logo auf ihre Flaschen drucken kann, ganz ohne Lizenzgebühren.
Actimel ist damit der erste Preisträger und laut Kampagnenleiterin Anne Markwardt auch dessen würdig. Laut Hersteller Danone macht Actimel „wetterfest“ und kurbelt die „Produktion lebenswichtiger Abwehrzellen“ an. Eine wahre Geheimwaffe gegen Erkältungen, vermittelt uns jedenfalls die Werbung. Dabei ist die positive Wirkung nichts besonderes, denn auch ein einfacher Naturjoghurt kurbelt das Immunsystem an. Actimel ist jedoch viermal so teuer und ist dazu mit zehn bis zwölf Prozent Zucker alles andere, als eine Stärkung der Abwehrkräfte.
Der Trinkjoghurt Actimel wurde mit der Mehrheit von 47 Prozent für die dreisteste Werbelüge des Jahres gekrönt.
Das Ergebnis im Detail:
1. Platz: Actimel (Danone) 47,0 Prozent
2. Platz: “Biene Maja”-Kinderdrink (Bauer) 19,0 Prozent
3. Platz: Bertolli Pesto Verde (Unilever) 18,2 Prozent
4. Platz: Frucht-Tiger (Eckes-Granini) 12,5 Prozent
5. Platz: Gourmet-Genießerkuchen (Bahlsen) 3,3 Prozent
Tobias Schlegl aus der Jury sagt dazu:
„Die absolute Werbelüge. Actimel ist teuer, überzuckert, produziert einen Haufen Müll und ist nicht besser als ein gewöhnlicher Joghurt. Von wegen starke Abwehrkräfte! Den Actimel Produzenten von Danone sowie Werbefigur Kachelmann wünsche ich für diese Abzocke eine heftige Erkältung an den Hals.“
Gemeinnützig und unabhängig entlarvt foodwatch verbraucherfeindliche Praktiken der Lebensmittelindustrie.
Ziel der Kampagne abgespeist.de ist es, legalen Werbelügen auf den Grund zu gehen und dem Verbraucher einen Etikettenschwindel aufzuzeigen. So zeigt foodwatch regelmäßig Produkte, die nicht unbedingt halten, was sie versprechen.
Bilder: foodwatch





Ich finde es gut das eine Organisation endlich einmal aufdeckt, um welchen Schund es sich da teilweise handelt, was die Leute da zu sich nehmen. Von solcher Aufklärung sollte es mehr geben.
Inzwischen hat die Geschichte eine Fortsetzung erfahren, denn der Goldene Windbeutel hat das Markenimage von Actimel massiv beeinträchtigt:
http://tonwertkorrekturen.wordpress.com/2009/05/11/actimel/
Godwi
Ist schon interessant, was für Auswirkungen das auf den Abverkauf hat - aber gut so
Ich finde es auch gut, dass solch eine Initiative ins Leben gerufen wurde. Natürlich wird Danone dadurch weniger an den eigenen Prodtukten verdienen als bisher. Das zieht allerdings den positiven Effekt mit sich, dass die Produkte in Zukunft vielleicht eher halten was sie versprechen. Insgesamt stimme ich Matthias allerdings voll und Ganz zu und denke, dass es noch mehr Aufklärung in diesem Bereiche geben sollte.
Dass Actimel quatsch ist sollte doch jedem bekannt sein =)